Jazz im November: Reincarnated & The Gordian Knot

Gleich zwei Jazz-Leckerbissen gibt es Ende November: Zum einen liefert Gordon Goodwin mit The Gordian Knot Big Band-Sound vom Feinsten, wohingegen Saz-Wunderkind Hazar sich mit der Akustig-Gitarre wiedergeboren zeigt – Reincarnated ist virtuose Jazz-Gitarrenkunst!
IAN Productions veröffentlicht die immersiven Jazz-Erlebnisse fĂŒr zuhause offiziell am 27. November, hier sind sie schon jetzt erhĂ€ltlich.

Der griechischen Sage nach verbanden kunstvoll ineinander verschlungenen Seile Deichsel und Zugjoch des Streitwagen vom phrygischen König Gordios im „Gordischen Knoten“. Alexander der Große soll diesen Knoten dann durchschlagen haben, was seither als außergewöhnliche Überwindung eines außerordentlichen Problems gilt.

FĂŒr Gordon Goodwin ist das neue Album seiner Big Phat Band also nicht nur Wortwitz, sondern Beschreibung des Entstehungsprozesses. So ist der Opener T.O.P. Adjacent frisch und dynamisch und direkt darauf wird es tanzbar in Don‘t Blink. Dann kommt allerdings der Titeltrack und der macht seinem Namen alle Ehre. In voller Bandbreite darf die Big Band alles zeigen was sie kann und mutet dabei cineastisch an – wie in einem Hitchcock-Film wo eine Wendung die nĂ€chste jagt und der Suspense bis ins Unermessliche steigt.

„Man spĂŒrt, wie die Musiker denken und interagieren, wĂ€hrend das StĂŒck abgespielt wird, und es ist diese Energie, die man wĂ€hrend eines Live-Auftritts bekommt, die bei Studioaufnahmen manchmal fehlt.“
– Gordon Goodwin ĂŒber Dolby Atmos

Die Produktion in Dolby Atmos auf der Pure Audio Blu-Ray vervollstĂ€ndigt hier das Hörerlebnis nochmal und macht das KinogefĂŒhl vollkommen. Die große Hommage an die Big Bands 1930er und 1940er kommt dann im letzten Drittel des Albums mit einer schmissigen Summertime-Adaption und dem epischen Medley The Buddy Complex, das die Platte abschließt.

„Wenn du deine FĂ€higkeiten zeigen möchtest, solltest du Gitarre spielen.“

Vor ĂŒber zehn Jahren sorgte Hazar mit seinem Album Virtuoso fĂŒr Aufsehen, auf dem er mit dem Saz auf nur drei Saiten Paganini, Mozart und Bach spielte. Bei einem GesprĂ€ch mit John McLaughlin nach einem Konzert in Köln sagte dieser ĂŒber Hazars Album: „Wenn du deine FĂ€higkeiten zeigen möchtest, solltest du Gitarre spielen.“ Seine Kunstfertigkeit mit Langhalslaute formvollendet, wendete sich Hazar auf dem Höhepunkt seiner Karriere der Gitarre zu.

„Ich hatte mit der Saz nichts mehr zu erzĂ€hlen.“

Reincarnated ist das Ergebnis dieser Neuausrichtung und zementiert Hazar nicht nur als Saz-Virtuose, sondern als Ausnahmetalent in Sachen Saiteninstrument. Ob warm, voller Sehnsucht und doch verspielt, gar funky wie in Black Orphans oder wie in Made in France – flott, bewegt, in Aufruhr – Hazar spielt die Akustik-Gitarre mit einer unglaublichen filigranen Hingabe und auf höchstem technischen Niveau. Dank Pure Audio Blu-Ray lĂ€sst das 3D-Sounderlebnis in Dolby Atmos die Zuhörer klanglich Zeuge werden als ob sie live dabei wĂ€ren.

Es ist nicht nur Hazar der sich auf Reincarnated neu verkörpert zeigen kann. Es sind auch Evergreens wie Gershwins Summertime oder Charlie Parkers Donna Lee die Hazar hier so virtuos neu interpretiert, dass sie wie neue StĂŒcke klingen – es ist auch ihre Reinkarnation.

Unten könnt ihr sehen wie kreativ Hazar sich der hitzigen Bossa-Nova-angehauchten Nummer Bossa Dorado widmet. Virtuos!

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