STEMMEKLANG
Kristin Bolstad: Tomba sonora
Loading...
Art des Produkts:Pure Audio Blu-ray
2.0 LPCM Stereo 24bit / 192kHz
5.1 DTS-HD MA 24bit / 192kHz
7.0.4 Auro-3D 96kHz
7.0.4 Dolby Atmos 48kHz

Dies bezieht sich nur auf die Pure Audio Blu-ray Audiokanäle.

29,90

Alle Preise inkl. MwSt., zzgl. Versand

Unser Online-Shop ist bis zum 30. Dezember geschlossen.

Vorrätig

Beschreibung

Tomba sonora ist ein ortsspezifisches Musikprojekt für das Mausoleum im Emanuel-Vigeland-Museum in Oslo. Das Mausoleum ist in der Tat ein einziges riesiges Grabmal, und seine Nachhallzeit hat entscheidend dazu beigetragen, wie diese Musik von Kristin Bolstad konzipiert und komponiert wurde; darüber hinaus werden der besondere Frequenzgang des Raumes und die daraus abgeleiteten Obertöne auch aktiv im musikalischen Material genutzt. Die Positionierung der Vokalisten und die Richtung des Tons gehören zu den vielen Möglichkeiten, wie die akustischen Qualitäten des Raumes kreativ genutzt werden, um den Fluss und die Bewegung der Musik zu gestalten.

Um Zugang zum Mausoleum zu erhalten, muss man sich tief herunterbeugen, um durch eine niedrige, enge Öffnung zu gelangen. Direkt über diesem Eingang befindet sich die Urne, die Vigelands Asche enthält, so dass dies ein Akt der Ehrerbietung ist, der von allen, die das Mausoleum betreten, vollzogen werden muss. Das Mausoleum beherbergt nicht nur diese Urne, sondern auch Vita, sein Hauptwerk, ein Werk, das aus Fresken besteht, die die Wände des 800 Quadratmeter großen Raumes bedecken, für dessen Fertigstellung er den größten Teil seines Lebens brauchte. Vita stellt das menschliche Leben von der Empfängnis bis zum Tod dar, mit Hunderten von nackten Figuren, die in Szenen intensiver Intimität sowohl eine darwinistische als auch eine christliche Wahrnehmung des Lebens widerspiegeln. Die Art und Weise, wie Vita die Idee des Todes als Voraussetzung für das Leben behandelt, findet eine Parallele in diesen musikalischen Werken, da sie in der Wahrnehmung begründet sind, dass Stille oder Nicht-Klang eine Voraussetzung für Klang ist. Breite Klangbahnen experimentieren mit Konsonanz und Dissonanz und mit einem geduldigen Umgang mit der Zeit – mit dem Ziel, dem Zuhörer eine einzigartige Erfahrung zu vermitteln, in der sich Musik und Raum gegenseitig spiegeln und intensivieren.

Die Akustik dieses Mausoleums ist ein wesentlicher Teil des multisensorischen, immersiven Erlebnisses, dem jeder Besucher begegnen wird. Die Dunkelheit, die niedrigen Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit erhöhen die Geräuschempfindlichkeit. Die harten Oberflächen der Steinmauern, die von keinem Fenster entschärft werden, reflektieren den Schall aus allen Richtungen, und man fühlt sich von ihm eingehüllt – manchmal mit einer unwiderstehlichen Gefühltiefe. Die Schallwellen treffen auf wenig Widerstand und klingen zwischen den harten Oberflächen nur allmählich ab – dadurch entsteht ein langer und satter Nachhall.

Auch die Interaktion der Interpreten wird durch diesen Nachhall stark beeinflusst, was bei der musikalischen Phrasierung berücksichtigt werden muss. In dieser intensiven Akustik kann es äußerst schwierig sein, sich selbst und andere zu hören. Der lange Nachhall verlangt nach langsameren Tempi, reduzierter Dynamik, sanfterer Artikulation und nicht zuletzt nach sehr geduldigem Zuhören. Alles in allem ist es also ein anspruchsvoller Spielort. Die wahrgenommene Nachhallzeit, genauer gesagt die sogenannte Early Decay Time (EDT), wird durch einen akustischen Parameter gemessen, und in einem typischen Konzertsaal würde sie 1-3 Sekunden betragen. Im Mausoleum von Vigeland misst der EDT-Parameter 13 Sekunden.

Man fühlt sich in einem solchen Raum klein. Alles geschieht sehr langsam. Der Raum unterstreicht, dass alles langsam abläuft. Und das Schweigen verlangt dasselbe von uns. Unsere Erfahrung der Zeit ist eng mit unserer Erfahrung des Schweigens verbunden. Diese Musik lehrt uns dies. Die Musik schafft einen Raum, der leiser ist als ein Raum ohne Ton, und wir können den Weg zu diesem stillen Raum nur finden, wenn wir langsamer werden und uns Zeit lassen.

Gesang: Karoline Dahl Gullberg, Gabrielle Sørensen, Julie Kleive, Linnéa Sundfær Haug und Kristin Bolstad

Cello: Erlend Habbestad, Dag Øystein Berger, Vilde Alme und Katrine Pedersen

7041888524823
2019
2L
Chormusik, Klassik
+ Hybrid-SACD
DXD 24Bit/358.8kHz
mShuttle: MP3, MQA